2021-09-08

Deutschlands Verlogenheit im Umgang mit dem Terror von Paris

Für Frankreich sind die Anschläge in Paris vom 13. November 2015 das, was der 11. September 2001 für die USA ist. Der Tag, an dem das Land schutzlos angegriffen wurde, an dem seine Bürger zum Opfer von perfider, krasser Gewalt wurden. 

Der Horror von Paris müsste auch für Deutschland ein 11. September sein. Schließlich ist die im Schengen-Raum verbundene EU kollektiv für ihren Grenzschutz und damit für den Schutz von äußeren Bedrohungen verantwortlich. Aber im Herbst 2015 war dieser – schon vorher weltweit einmalig schwache Grenzschutz – bekanntlich völlig außer Kraft.

Ohne diesen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Alleingang herbeigeführten Zustand fehlender Kontrolle – das kann man aufgrund der Ermittlungen heute sehr begründet sagen – wäre der bestialische Massenmord im Herzen Europas nicht möglich gewesen. Fast alle Täter nutzten die chaotischen Zustände der Flüchtlingskrise, um in die EU zu kommen. Das oft vorgebrachte Argument, der Großteil der Attentäter sei in Frankreich oder Belgien geboren, greift nicht.

Auch diese Menschen hätten niemals unbehelligt Europas Grenzen passieren dürfen. Sie waren mehrheitlich in den Nahen Osten in die Gebiete des Islamischen Staates (IS) gereist – und reisten teils bewusst ohne ihre polizeibekannten EU-Pässe zurück nach Europa. Die Balkanroute war die logistische Lebensader der Operation.

Alle verstanden, dass der Terror von Paris der gesamten freien Welt galt. Auch in Deutschland wurde hunderttausendfach in den sozialen Netzwerken das Motto „Je suis Paris“ – „Ich bin Paris“ – geteilt. „Wir weinen mit Ihnen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu ihrem damaligen Amtskollegen François Hollande und reiste zur großen Gedenkdemonstration nach Paris.

Aber in Deutschland taten Merkel, ihre Getreuen und die medialen Hilfstruppen alles, um jeden Zusammenhang zwischen den offenen Grenzen und den Anschlägen zu verneinen. 
Das Kernargument: Hier einen Nexus herzustellen, stelle Flüchtlinge „unter Generalverdacht“. Ähnlich stichhaltig wäre das Argument, die Polizei abzuschaffen, weil man ansonsten alle Bürger unter Generalverdacht stellt. Angela Merkel hielt an ihrer Politik fest, sekundiert unter anderem vom heutigen Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet.

Der wand sich in einem langen Interview kunstvoll und sagte, ihm leuchte nicht ein, was der Anschlag von IS-Terroristen auf Menschen in Paris damit zu tun hat, „dass wir Menschen, die vor genau diesem IS geflohen sind, in Deutschland Schutz geben“. Er stritt ab, dass die offene Balkanroute etwas mit den Anschlägen zu tun habe, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch kaum Erkenntnisse vorlagen. Frankreichs Präsident aber hatte genug gehört. Er wollte sich nicht mehr auf den von Angela Merkel ausgehebelten europäischen Grenzschutz verlassen. Frankreich schloss seine nationalen Außengrenzen.

Heute beginnt in Paris der Prozess gegen die überlebenden Attentäter von Paris. Dass ausgerechnet an diesem Tag Armin Laschet zu Besuch bei Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kommt, ist eine bittere Ironie, die leider meist übersehen wird.

Klaus Geiger

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Passend zu Klaus Geigers Artikel dieser Song von Heinz Rudolf Kunze:

Willkommen liebe Mörder

Ist es jeder Vierte
ist es jeder Dritte
aber sie sind hier
ganz in unsrer Mitte
jeder kann es sein
keinem kann man trauen
manchmal sind es Männer
ab und zu auch Frauen.

Sie wollen uns zerstören
sie wollen uns vernichten
nichts wird sie dazu bringen
darauf zu verzichten
wir möchten das verdrängen
und einfach ignorieren
uns weiter davor drücken
den großen Kampf zu führen.

Willkommen liebe Mörder
fühlt euch wie zuhause
bedient euch macht es euch bequem
kurze Atempause
nichts nehmen wir euch übel
Empörung nicht die Spur
ihr habt halt eine andere
Umbringekultur.

Jeder sieht es kommen
die Bedrohung steigen
jeder ist beklommen
keiner will es zeigen
lasst uns das vertuschen
nicht darüber reden
alle gegen alle
jeder gegen jeden.

Sie pflegen fremde Bräuche
so lautet das Gerücht
Genaueres weiß keiner denn
man erkennt sie nicht
und wenn sie unter sich sind
dann lachen sie uns aus
nie würden sie behaupten
mein Haus ist euer Haus.

Willkommen liebe Mörder
wir sind so tolerant
die Dunkelheit bricht bald herein
über dieses Land
wir reichen euch die Kerzen
damit ihr besser seht
und euch das nächste Opfer nicht
durch die Lappen geht.

Willkommen liebe Mörder
ein viel zu hartes Wort
wir haben doch Verständnis
ihr nennt das nicht mal Mord
ihr tut’s aus Überzeugung
und wenn man’s überlegt
wir sind so schlaff und müde wir
gehören weggefegt.

Admin - 11:13:53 | Kommentar hinzufügen

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