Walter Doberenz

Liebe Freunde, hier herrscht noch teilweises Chaos und gähnende Leere, es wird noch etwas dauern, bis ich alle Inhalte der alten Homepage in das neue Format transformiert habe ...

2021-12-10

Merkel ist weg!

Mittwoch, 8.Dezember 2021: heute ist ein denkwürdiger Tag, denn mit der Amtsübernahme von Olaf Scholz (SPD) enden 16 Jahre Merkelkanzlerschaft.
Ungeachtet des gewaltigen Scherbenhaufens, den die Spalterin Europas und Deutschlands hinterlässt, erheben sich im Bundestag alle Abgeordneten, außer die der AfD, von ihren Plätzen und spenden minutenlangen Beifall.

CDU2018.jpg

Eine objektive und kritische Bewertung der verheerenden Merkel-Kanzlerschaft durch unsere öffentlich-rechtlichen Medien ist natürlich nicht zu erwarten, zu sehr sind Presse, Funk und Fernsehen unterwandert von den langjährigen Profiteuren des Merkel-Systems.

So hatte natürlich hatte auch die folgende prägnante Analyse von Alice Weidel keine Chance auf Veröffentlichung in unseren Leitmedien und wieder einmal ist es die “Schweizer Weltwoche”, die diese Arbeit übernehmen muss (danke Urs):

Adieu, Frau Merkel

Es ist für mich nicht leicht, versöhnliche Abschiedsworte für Angela Merkel zu finden.
Das bedeutet aber nicht, dass ich keinerlei positive Eigenschaften an der Kanzlerin erkennen kann. Ihre vollkommen uneitle, allürenlose Art ist sicherlich einmalig in der Geschichte der Kanzler der Bundesrepublik. Dabei habe ich den legendären Auftritt von «Noch-Kanzler» Gerhard Schröder in der «Elefantenrunde» nach der Bundestagswahl 2005 vor Augen: Auf die Frage, ob er Angela Merkel zur Bundeskanzlerin wählen würde, antwortete der SPD-Politiker salopp: «Wir müssen die Kirche doch mal im Dorf lassen.»

Während sich Gerhard Schröder nach diesen Worten arrogant in seinem Sessel zurücklehnte, blieb Angela Merkel stumm, sie stützte sich auf die Unterarme und verzog keine Miene. Dieses Pokerface steht für mich sinnbildlich für ihren beschwerlichen Aufstieg in der – damals noch stark männerdominierten – Polit-Welt.

Geburtshelferin der AfD

Ihre Durchsetzungskraft konnte sie bereits in ihrer eigenen Partei, in der CDU, unter Beweis stellen: Der «Andenpakt», eine mächtige Verbindung westdeutscher CDU-Politiker, für die Merkel nie etwas übriggehabt hatte, wurde nach ihrem Amtsantritt als Parteivorsitzende beiseite geräumt.

Ähnlich erging es ihrem einstigen Ziehvater Helmut Kohl und dessen Kofferträger – oder besser: Kofferverwahrer – Wolfgang Schäuble.

Ihr Zug zur Macht blieb in der CDU vielen lange verborgen. Ein Vorwurf, den sich die Konservativen in der einstigen Volkspartei heute gefallen lassen müssen. Die Beharrlichkeit, die Angela Merkel in Amt und Partei an den Tag legte, haben ihr viele zu Beginn ihrer politischen Karriere nicht zugetraut.

Was ich persönlich in den zahlreichen Telefonkonferenzen der Kanzlerin mit den Fraktionsvorsitzenden während der Corona-Zeit feststellen konnte, ist, dass sie stets sehr konzentriert und aufmerksam den Diskussionen folgt und darauf achtet, alle Fragen und Einwände zumindest anzuhören. Dem zolle ich durchaus Respekt.

Ihr grösster Verdienst ist aber ihre Rolle als Geburtshelferin der AfD: Ohne ihre verheerenden Fehlentscheidungen und Rechtsbrüche wäre unsere Partei wahrscheinlich 2017 nicht so fulminant in den Bundestag eingezogen. Ohne die vollständige Entkernung ihrer Union, nach dem Motto «Mal bin ich liberal, mal bin ich konservativ, und mal bin ich christlich-sozial» (Angela Merkel bei Anne Will), wäre die Etablierung einer neuen Partei rechts der Mitte unmöglich gewesen. Danke dafür.

Der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland erklärte einst in einem Interview: «Frau Merkel ist für uns, solange sie da ist, eine Lebensversicherung.» Die Aussage war sicherlich nicht falsch. Nach sechzehn langen Jahren ist sie nun aber weg, und es deutet bereits alles darauf hin, dass die neue Ampelkoalition ihre (zweifelhafte) Rolle problemlos übernehmen wird. Entwarnend kann also festgestellt werden:

Die AfD bleibt bestehen. Das ist mitunter gut für Deutschland, denn sicher ist: An den Folgen von Merkels sechzehnjähriger Amtszeit wird die Bundesrepublik noch lange schwer zu tragen haben:

- der Kontrollverlust in der Migrationspolitik,
- die Auslieferung von Souveränität und Volksvermögen an den Brüsseler Zentralismus,
- das fatale Milliardengrab «Energiewende»,
- der Siegeszug grün-linker Ideologie und, vielleicht am schwerwiegendsten,
- die Aushebelung der republikanischen Gewaltenteilung durch einsame «alternativlose» Entscheidungen
  unter Umgehung der Parlamente und
- das parteipolitische Gefügigmachen des Bundesverfassungsgerichts.

All die Probleme tragen einen Namen: Angela Merkel.

Profundes Unverständnis

Ihr profundes Unverständnis für die Idee der Freiheit und die bürgerliche Eigenverantwortung hat das fatale Erbe des Obrigkeitsstaats wiederbelebt.

Sie hinterlässt ein tief gespaltenes Land. Leider ist von der Nachfolgeregierung Besserung nicht zu erwarten, im Gegenteil; zumal Frau Merkel die abgewählte Regierungspartei CDU, der sie nach eigenem Bekunden irgendwie «nahesteht», in einem desolaten Zustand der inhaltlichen Entkernung zurücklässt, welche diese unfähig zur Opposition macht. Dafür hat sich im Widerspruch zu ihrer Politik die AfD als neue freiheitliche Kraft formiert, die der deutschen Parteienlandschaft das langentbehrte Korrektiv rechts der Mitte gibt.

Es ist gut, dass Merkel geht. Besser wäre gewesen, sie wäre früher gegangen und hätte sich im Ruhestand der Musik gewidmet, für die sie dem Vernehmen nach tatsächlich Verständnis aufbringt.

Trotz allem Unverständnis für ihre Politik bleibt mir, ihr für die Zukunft nichts Schlechtes zu wünschen:

Machen Sie’s gut, Frau Merkel.

Alice Weidel

Fraktionsvorsitzende der AfD im Deutschen Bundestag

Admin - 13:08:18 @ Politik | Kommentar hinzufügen

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